Apostelgeschichte

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Die Apostelgeschichte berichtet vom Leben und Wirken der Apostel, der Jünger Jesu und der ersten Christen. Sie wird dem Verfasser des Lukas-Evangeliums zugeschrieben. Deshalb werden Apostelgeschichte und Evangelium des Lukas auch als lukanisches Doppelwerk bezeichnet. Die Apostelgeschichte gehört dem Kanon des Neuen Testaments an.

Die Texte der 1. Lesung an den Sonn- und Feiertagen der Osterzeit werden in der liturgischen Leseordnung der Kirche nicht dem Alten Testament, sondern der Apostelgeschichte entnommen. <events Name="Apostelgeschichte" keyword="Apostelgeschichte Urchristen"> Angebote zum Thema „Apostelgeschichte“</events>


Aufbau und Inhalt

Bekehrung des Saulus/des hl. Paulus auf dem Weg nach Damaskus; Gebhard Fugel (1863–1939); Anfang 20. Jahrhunderts; Öl auf Leinwand, 100 x 75 cm (Quelle: Diözesanmuseum Freising)

Die Apostelgeschichte berichtet vom Siegeszug des christlichen Glaubens. Woher Lukas die Quellen für die Apostelgeschichte hatte, dazu gibt es zahlreiche verschiedene Thesen, über die jedoch bis heute Uneinigkeit besteht.

Im Aufbau der Apostelgeschichte ist eine klare, gewollte Struktur erkennbar. Das Werk lässt sich in vier Abschnitte gliedern:

  • Der Anfang der Kirche (Apg 1,1–8,3): Nach einem kurzen Vorwort (Apg 1,1–3), in dem sich Lukas kurz auf sein Evangelium bezieht, widmen sich die ersten Kapitel der Situation der judenchristlichen Kirche in Jerusalem.
  • Die Ausbreitung der Kirche in Samarien und in den teils heidnischen Küstengebieten Palästinas (Apg 8,4–11,18): Der Blick geht hier über die Gemeinde von Jerusalem hinaus.
  • Die Grundlegung der Mission unter den Heiden (Apg 11,19–15,35): Petrus wird als erster großer Heidenmissionar dargestellt und durch mehrere stilisierte Reden stark betont.
  • Die Missionsreisen des Paulus (Apg 15,36–28,31): Hier wird die Ausbreitung der Kirche im Römischen Reich geschildert.

Sprache und Stil

Lukas schreibt, wie in seinem Evangelium, in bestem Griechisch. Er greift dabei die sprachlichen Eigenheiten der Septuaginta auf.

Vermutlich wollte er dadurch seinem Werk den Charakter eines heiligen Buches geben und deutlich machen, dass seine Apostelgeschichte genauso wichtig ist wie die anderen Teile der Heiligen Schrift.

Theologisches Programm

Der Evangelist Lukas verfasste die Apostelgeschichte als Weiterführung seines Evangeliums. Das Werk hat daher einen deutlichen missionarischen Charakter. Es soll Bestätigung und Ermutigung für die Gläubigen der ersten christlichen Gemeinden sein.

Verfasser und Adressaten

Taufe des Paulus durch Ananias; Mosaik von ca. 1160 n.Chr. in der Cappella Palatina im Normannenpalast in Palermo

Lukas erlebte Jesus Christus nicht mehr als direkter Zeit- und Augenzeuge, sondern war ein Christ der dritten Generation. Er war kein Judenchrist, sondern ein hellenistisch gebildeter Heidenchrist, der vielleicht aus einem städtischen Milieu stammte. Da er von den vier Evangelisten das beste Griechisch schrieb, wird angenommen, dass seine Muttersprache Griechisch war. Lukas lebte und wirkte vermutlich im Missionsgebiet des Apostels Paulus.

Die Adressaten der Apostelgeschichte waren, wie der Verfasser selbst, weitgehend Heidenchristen, für die sein Text Ermutigung und Bestätigung im christlichen Glauben sein sollte.

Zeit und Ort der Abfassung

Die Entstehung der Apostelgeschichte ist zeitlich ähnlich einzuordnen wie das Lukas-Evangelium, d. h., sie wurde vermutlich im Zeitraum zwischen 80 und 90 n. Chr. verfasst. Über den Entstehungsort gibt es unterschiedliche Meinungen, auch hier werden, wie beim Lukas-Evangelium, Rom oder die römische Provinz Achaea (d. h. Griechenland) genannt. Sicher ist wohl, dass der Text im Missionsgebiet außerhalb Palästinas bzw. im Gebiet des hellenistischen Christentums verfasst wurde.

Auch in der Apostelgeschichte wird deutlich, dass Lukas nicht mehr in der Naherwartung der Wiederkunft Christi lebte, wie z. B. noch Paulus.

Kompetenzträger

Literatur

Petrus im Gefängnis; Deckenfresko im Alten Peter in München
  • Alkier, Stefan; Rydryck, Michael: Paulus – Das Kapital eines Reisenden. Die Apostelgeschichte als sozialhistorische Quelle, Katholisches Bibelwerk e.V., Stuttgart 2017. [1]
  • Bauspieß, Martin: Geschichte und Erkenntnis im lukanischen Doppelwerk. Eine exegetische Untersuchung zu einer christlichen Perspektive auf Geschichte (Arbeiten zur Bibel und ihrer Geschichte, Bd. 42), Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2012. [2]
  • Bohnet, Jörg-Michael: Die Himmelfahrten Jesu im lukanischen Doppelwerk (Texte und Arbeiten zum neutestamentlichen Zeitalter, Bd. 46), Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2016. [3]
  • Hoppe, Rudolf; Köhler, Kristell: Das Paulusbild der Apostelgeschichte, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2009.
  • Klein, Hans: Lukasstudien (Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, Bd. 209), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005.
  • Marguerat, Daniel: Lukas, der erste christliche Historiker. Eine Studie zur Apostelgeschichte, Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2011.
  • Wright, Nicholas Thomas: Lukas für heute, Brunnen Verlag, Gießen 2016. [4]

Links

Übersichtskarte über die Missionsreisen des Paulus

Mehr Informationen zur Apostelgeschichte auf Wikipedia.

Wissenswertes über die Apostelgeschichte auf www.kathpedia.com.

Weitere Informationen zur Apostelgeschichte auf www.bibelwissenschaft.de.

Grundlegende Informationen zur Apostelgeschichte auf www.schlachterbibel.de.

Übersicht über die Apostelgeschichte auf www.bibelwerk.de.

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